Die diesjährigen internationalen Mediationstage D-A-CH in Hamburg standen unter dem Motto „Die Zukunft mit Mediation gestalten“. Bei diesem Motto ist mir spontan folgender Spruch von Sören Kierkegaard (dänischer Schriftsteller, Theologe und Philosoph; 1813-1855) eingefallen:
„Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es aber vorwärts.“
Bei der Vorstellung der neuen Fachgruppensprecher im Rahmen der Mediationstage hatte ich die Gelegenheit, meine persönliche Vision und Mission zum Fachgruppenthema „Betriebsratsthemen und Mediation“ bekanntzugeben.
Vision
Der Betriebsrat versteht sich als konsequenter Vertreter der Arbeitnehmerinteressen und führt eine regulierte Konfliktbeziehung mit der Geschäftsführung, die ihn legal akzeptiert.
Mission
Neben dem Fachwissen aus der traditionellen Betriebsratsarbeit ist die Erweiterung um soziale, persönliche Kompetenzen und Veränderungs-Know-How notwendig.
Am Beginn der Fachgruppenarbeit möchte ich die Möglichkeiten und Grenzen der Mediation (geeignet, nicht geeignet) für folgende 2 Hauptthemen gemeinsam mit den teilnehmenden MediatorInnen und BetriebsrätInnen diskutieren und abwiegen.
- Mediation im Individualarbeitsrecht:
- Konfliktbearbeitung im/aus dem Arbeitsverhältnis
- Konfliktbearbeitung zwischen ArbeitnehmerInnen
- Konfliktbearbeitung zwischen Gruppen und einzelnen ArbeitsnehmerInnen auf einer Hierachieebene
- Konfliktbearbeitung zwischen Führungskräften
- Mediation im kollektiven (tariflichen) Arbeitsrecht
- Konfliktbearbeitung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat (Zentralbetriebsrat)
- Konfliktbearbeitung zwischen Betriebsrat und ArbeitnehmerInnen
- Konfliktbearbeitung zwischen Betriebsratmitglieder/InteressensvertrerInnen
- Konfliktbearbeitung als Alternative zur aussergerichtlichen Streitschlichtung
Nach dieser Orientierungsphase ist eine Überprüfung der Vision und Mission erforderlich und es sind die konkreten Ziele für die weitere Fachgruppenarbeit zu vereinbaren. Dazu biete ich am Samstag, 29. Oktober 2011 einen eintägigen Workshop im oberösterreichischen Salzkammergut an.
Als Betriebsratsvorsitzender sind diese Themen für mich immer hoch aktuell und während meiner Mediations- und Masterausbildung zum MSc (Mediation und Konfliktbearbeitung) legte ich den Schwerpunkt ebenfalls auf dieses Wissengebiet. Zwei Masterarbeiten mit den Titeln „Mitbestimmung bei Veränderungsprozessen – Hrsg. Franz Winter“ und „Vereinbarkeit MediatiorIn – BetriebsrätIn im Mediationsprozeß – Hrsg. Sandra Hellena Walbaum“ stammen aus dieser Zeit, wurden auch veröffentlicht und bieten eine zeitgemäße Literatur zum Fachgruppenthema.
Viele Konfrontationen und zwischenmenschliche Probleme entstehen dadurch, dass sich im Geschäftsleben die Menschen oder Organisationen auf verschiedenen Bewusstseinsebenen (Werte) befinden. Einen wesentlichen Anteil zum Gelingen der regulierten Konfliktbeziehungen hat eine gute Unternehmenskultur mit gemeinsamer Zielorientierung, Transparenz der Unternehmensziele, Führungskontinuität und gelebten Überzeugungen und Werten.
MediatorInnen, welche in dieser Fachgruppe mitwirken und BetriebsrätInnen, die Wünsche an diese Fachgruppe richten möchten, können hier mit mir Kontakt aufnehmen und zu den genannten Hauptgruppen und Untergruppen Erfahrungen, Hinweise und Lösungsansätze einbringen.
